Millenials: Was Unternehmen wissen sollten!

Ständig hört man Begriffe wie Millenials, Generation X und Baby Boomers. Doch was bedeuten diese genau? Theoretisch sind sie alle – bis auf die Boomers – inoffizielle soziale Konstrukte.

 

IDas Pew-Research-Center beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit der Erforschung der Millenial-Generation. Um die analytische Bedeutung dieser Generation zu erhalten, haben sich die Forscher letztes Jahr darauf geeinigt, 1996 als das letzte Geburtsjahr für Millenials zuzulassen. Dementsprechend werden somit Menschen, die zwischen 1981 und 1996 geboren und heute zwischen 22 und 37 Jahren alt sind, als Millenials bezeichnet1

Millenials, wie auch die nachfolgenden Generation Y und Z, sehen die Zukunft eher skeptisch. Laut der siebten Ausgabe des Deloitte Millenial Survey2fällt ihre Einschätzung dazu, welche Motivation Firmen auszeichnet, und wie sich diese ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen aktuell dramatisch schlechter aus, als in vorhergehenden Studien. Das gleiche gilt für die Loyalität der jungen Talente gegenüber ihren Arbeitgebern. Besonders pessimistisch betrachten sie die Digitalisierung und Industrie 4.0. Ihre Bedenken zeigen, dass Führungskräfte in Unternehmen umdenken sollten. Sie müssen positive Veränderungen bewirken. Wer junge Talente nicht nur anziehen, sondern auch behalten will, der muss vor allem auf gesellschaftliches Engagement setzen. Zudem müssen die Bedürfnisse der Millenial-Generation im Hinblick auf deren Wunsch nach Flexibilität, Diversität und Weiterbildung berücksichtigt werden.

Millenials gewinnen zunehmend an Bedeutung als Zielgruppe für Marketingstrategien und Branding. Sie sind für die Mehrheit aller Einkäufe, von Lebensmitteln bis hin zu Kraftfahrzeugen verantwortlich. Sesshaft werden sie im Hinblick auf ihre Karriere, Eigenheime und ihre Familienplanung. Diese Veränderungen korrelieren mit einer größeren Kaufkraft dieser demographischen Gruppe. Accenture schätzt, dass diese bei ca. 600 Billionen Dollar jährlich liegt. Demnach ist es von enormer Wichtigkeit für jede Marke, darauf zu achten, was Millenials wollen, wie sie es wollen und wann sie es wollen, denn sie bilden die ausschlaggebende Zielgruppe für langfristigen Erfolg.

Vor ein paar Jahren haben die Millenials die Generation X überholt. Sie stellen seitdem die Mehrheit der heutigen Arbeitnehmer und werden das auch für die absehbare Zukunft bleiben. Daraus ergibt sich, dass führende Unternehmen diese einzigartige Gruppe verstehen müssen, um erfolgreich zu bleiben. Die Motivation der Millenials zu erkennen, macht es einfacher, sich auf diese demographische Gruppe als Arbeitnehmer einzustellen. Frühere Generationen wurden dadurch motiviert, kulturelle Normen aufrecht zu erhalten oder auch gegen sie zu rebellieren. Millenials jedoch, verfügen über einen heterogenen Meinungs-Pool, geformt durch den immensen technologischen Fortschritt einerseits, sowie turbulente politische und soziale Ereignisse andererseits.

 

Sieben interessante Fakten über Millenials:

 

  1. Wissensdrang
    Die Millenials sind eine neugierige Generation. Sie sind begierig darauf, sich neue Skills anzueignen und sind dazu bereit ihre eigene Zeit zu investieren, um bessere Arbeitnehmer zu werden. Als Unternehmen sollte man das ausnutzen und in Weiterbildungs- und Karriereprogramme investieren, um ihnen das gewünschte Wachstum zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf professionellem Wachstum.
  1. Individualität
    Viele Startup-Unternehmen haben die Individualität der Millenials als einzigartigen Pluspunkt erkannt und setzten darauf. Millenials wollen das Gefühl haben, sie können jederzeit ihre eigenen Ideen einbringen und neue Initiativen starten. Durch Strategien wie diese lässt sich deren Arbeitskraft maximieren. Senior-Manager sollten dazu ermutigt werden, eine individuelle Annäherung bei der Koordination von Millenial-Arbeitnehmern zu verfolgen. Es ist ausschlaggebend, dass Führungskräfte verstehen, dass diese Generation andere persönliche und professionelle Ziele hat, als die Generationen davor. Sie sind dazu bereit, ihre Zeit zu investieren, um die Interessen der Unternehmen voranzutreiben. Im Gegenzug dazu, erwarten sie individuelle Unterstützung beim Erreichen ihres persönlichen Erfolges.
  2. Soziales Engagement
    Unternehmen, die den Millenials eine verlockende Vision der Verbesserung eines sozialen Missstandes anbieten, können den größtmöglichen Erfolg verbuchen, diese Generation zu motivieren. Salesforce ist so ein Beispiel. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl von Initiativen an, die seine Arbeitnehmer dazu motivieren etwas zurückzugeben. Sie werden dazu motiviert ihre Zeit – sogar während der Arbeitszeit –  in Charity-Arbeit zu investieren. Salesforce hat sich dazu verpflichtet 1 % seines Gewinns an wohltätige Organisationen zu spenden. Millenials ist soziales Engagement sehr wichtig, vor allem wenn es um Klimaschutz oder soziale Gleichberechtigung geht. Während Unternehmen nicht zwingend einen Prozentsatz ihres Gewinns spenden müssen, so sollte doch eine angemessene Verknüpfung zwischen Unternehmenserfolg und positivem Wandel im sozialen Bereich zu erkennen sein, um für Millenials interessant zu sein.
  3. Finanzielle Stabilität
    Die Finanzkrise hat einen bleibenden Eindruck auf die Millenial-Generation hinterlassen. So sehr, dass ihre wirtschaftlichen Entscheidungen darauf abgezielt sind, finanzielle Stabilität zu erreichen. Reich werden steht dabei nicht auf der Liste. Sie legen nicht viel Wert auf Luxusartikel und Statussymbole. Viele leben länger zuhause, als frühere Generationen. Betriebliche Altersvorsorge und das Umgehen der drohenden Altersarmut steht bei Millenials hoch im Kurs.
  1. Technologische Innovation
    Millenials sind die digitale Generation. Sie wurden in Zeiten geboren, in denen Internet, PCs und Mobiltelefone Standard sind. Daraus resultiert ihre Besessenheit hinsichtlich Technologie. Der durchschnittliche Student checkt sein Snapchat oder Instagram cirka elf Mal am Tag. Millenials sind vor allem daran interessiert, für Unternehmen wie Apple, Tesla oder Amazon zu arbeiten, welche die Sparte der innovativsten Technologiefirmen anführen. Das Unternehmensziel sollte dementsprechend in irgendeiner Weise an technologische Innovation gebunden sein.
  2. Regelmäßiges Feedback
    Millenials wollen regelmäßiges Feedback von ihren Vorgesetzten. Konstruktives Feedback, welches ihnen die Möglichkeit gibt effizienter zu werden, wird mehr geschätzt, als einfaches Lob. Quartalsweise oder jährlich angesetzte Feedback-Gespräche sind ihnen zu wenig. Vorgesetzte sollten von Unternehmen dazu ermutigt werden, sich wöchentlich oder wenigstens alle zwei Wochen mit den Arbeitnehmern zusammenzusetzen. Millenials sehen reguläres Feedback als wichtige Komponente ihrer beruflichen Weiterentwicklung.
  3. Kollaboration
    Es gibt einen guten Grund dafür, dass von Millenials geführte Unternehmen auf das Open-Office-Design setzten. Mark Zuckerberg zum Beispiel, arbeitet bei Facebook selbst im Zentrum eines offenen Büro-Konzepts, anstatt sich in einen abgegrenzten Raum zurückzuziehen. Der durchschnittliche Millenial-Arbeitnehmer zieht das kollaborative Arbeiten dem individuellen Arbeiten vor. Diese Generation schätzt die Möglichkeit, mit Kollegen des eigenen Teams, aber auch teamübergreifend zusammenzuarbeiten. Die Entwicklung einer transparenten Arbeitsatmosphäre, in der die Arbeiter an dem gemeinsamen Erfolg teilhaben und sich austauschen können, macht diese Generation zufrieden.

 

Zusammenfassung

Junge Talente anzuwerben und auch langfristig zu behalten, stellt eine der größten Herausforderungen an erfolgreiche Unternehmen – jeglicher Sparte – in der heutigen Zeit dar. Um für talentierte Millenials interessant zu sein und zu bleiben, müssen Unternehmen eine Arbeitsatmosphäre kreieren, welche Spaß macht, stimuliert und noch dazu innovative Ansätze vorweist. Eine Firmenphilosophie zu verfolgen, die sich zum Ziel gesetzt hat, gesellschaftliche Probleme durch technologische Innovation zu lösen gehört ebenso dazu, wie personalisiertes Feedback, Flexibilität und die Möglichkeit sich konstant weiterzubilden.

 

 

1 https://www.pewresearch.org/topics/millennials/
2 https://www2.deloitte.com/global/en/pages/about-deloitte/articles/millennialsurvey.html

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