{"id":701,"date":"2019-02-28T17:07:15","date_gmt":"2019-02-28T17:07:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.horwood-koehler.de\/stage\/digitalisierung-in-deutschland-eine-bestandsaufnahme-aus-privater-sicht\/"},"modified":"2020-02-05T17:19:15","modified_gmt":"2020-02-05T17:19:15","slug":"digitalisierung-in-deutschland-eine-bestandsaufnahme-aus-privater-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.horwood-koehler.de\/de\/digitalisierung-in-deutschland-eine-bestandsaufnahme-aus-privater-sicht\/","title":{"rendered":"Digitalisierung in Deutschland: eine Bestandsaufnahme aus privater Sicht"},"content":{"rendered":"<h6 class=\"graf\"><b><span lang=\"EN-US\">Kann Deutschland im weltweiten Vergleich mithalten? Und was bedeutet die vermeintlich zunehmende Digitalisierung eigentlich f\u00fcr den Privatmenschen?<\/span><\/b><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span lang=\"EN-US\">St\u00e4ndig und in jeglicher Form wird man mit dem Buzzword Digitalisierung konfrontiert. Zu viel, zu wenig, zu langsam oder zu schnell? Doch was bedeutet der Begriff Digitalisierung eigentlich, und wie macht sich die zunehmende Digitalisierung in unserem allt\u00e4glichen Leben bemerkbar?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Gabler Wirtschaftslexikon<sup>1<\/sup>definiert der Experte Prof. Dr. Oliver Bendel von der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW und der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft (Institut f\u00fcr Wirtschaftsinformatik) den Begriff wie folgt:<\/p>\n<p>\u201cDer Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Er kann die digitale Umwandlung und Darstellung bzw. Durchf\u00fchrung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Ger\u00e4ten und Fahrzeugen ebenso meinen wie die digitale Revolution, die auch als dritte Revolution bekannt ist, bzw. die digitale Wende. Im letzteren Kontext werden&nbsp;nicht zuletzt &#8220;Informationszeitalter&#8221; und &#8220;Computerisierung&#8221; genannt.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im urspr\u00fcnglichen Sinn bezeichnet der Begriff Digitalisierung lediglich die Umwandlung von analogen Abl\u00e4ufen in digitale Formate. Wenn in der Politik die Rede von Digitalisierung ist, dann beziehen sich unsere \u201cVolksvertreter\u201d meistens jedoch nur auf eine Sache, n\u00e4mlich Internetanschl\u00fcsse. Aber auch wenn eine gute Breitbandabdeckung die Grundvoraussetzung f\u00fcr den digitalen Wandel bildet, so ist sie nicht gleichzusetzen mit dem Terminus Digitalisierung. Wie steht es tats\u00e4chlich um die Breitbandabdeckung in Deutschland? Kommt die Regierung ihren Versprechen bez\u00fcglich der Nachr\u00fcstung nach?<\/p>\n<p>Im Vergleich zum Stand von 2017 hat sich hier in Deutschland nicht sehr viel getan. Die aktuellste Erhebung des T\u00dcV Rheinland sieht wie folgt aus:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.horwood-koehler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/horwood-Kohler-Bandbreitenverf\u00fcgbarkeit.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-689\" src=\"https:\/\/www.horwood-koehler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/horwood-Kohler-Bandbreitenverf\u00fcgbarkeit-300x157.jpg\" alt=\"horwood-Kohler-Bandbreitenverf\u00fcgbarkeit\" width=\"300\" height=\"157\" srcset=\"https:\/\/www.horwood-koehler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/horwood-Kohler-Bandbreitenverf\u00fcgbarkeit-300x157.jpg 300w, https:\/\/www.horwood-koehler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/horwood-Kohler-Bandbreitenverf\u00fcgbarkeit.jpg 611w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bildunterschrift: Grafik: Horwood-K\u00f6hler GmbH \/ Quelle: Aktuelle Breitbandverf\u00fcgbarkeit in Deutschland (Stand Mitte 2018). Erhebung des T\u00dcV Rheinland im Auftrag des BMVI.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist schon irgendwie bedenklich, dass nur in 66,3 % der deutschen Haushalte eine Geschwindigkeit von \u2265100 Mbit\/s erreicht wird. Besonders in l\u00e4ndlichen Regionen sieht es immer noch ziemlich d\u00fcster aus. Das Problem liegt definitiv beim Glasfaserausbau bzw. dem nicht stattfindenden. Deutschland schneidet im Vergleich mit anderen OECD-Staaten mehr als schlecht ab und liegt laut der Europ\u00e4ischen Komission auf Platz 28 von 32 Nationen. Es geh\u00f6rt somit der Gruppe der am schlechtesten versorgten L\u00e4nder in Europa an.<\/p>\n<p>Eine Studie von Statista<sup>2<\/sup>zeigt, dass der Anteil der Glasfaseranschl\u00fcsse in Deutschland gerade einmal bei 2,3% liegt. Das sind \u00fcber 20% weniger als im OECD-Durchschnitt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Zustand stellt nur schwer zu \u00fcberwindende Probleme dar. Nicht nur f\u00fcr den Privatmenschen, sondern vor allem auch f\u00fcr Unternehmen.<\/p>\n<p>Gerade im privaten Umfeld zeigt sich jedoch eine deutlich differenzierte Nutzung von Medien und dies wiederum erzeugt einen neue Nachfrage.<\/p>\n<p>Heutzutage bestimmt die Digitalisierung unsere Lebensqualit\u00e4t enorm und hat &#8211; unter anderem &#8211; einen Einfluss auf die gesellschaftliche Teilhabe. Gerade in l\u00e4ndlichen Regionen k\u00f6nnen digitale Technologien die Nutzung von diversen Angeboten im Bildungs- und Gesundheitsbereich, aber auch schlichtweg die Arbeit aus dem Home Office oder neue Formen der Mobilit\u00e4t wie z.B. Carsharing erm\u00f6glichen. Gerade in diesen Gebieten jedoch, ist eine Unterversorgung mit fl\u00e4chendeckendem und leistungsstarken Internet an der Tagesordnung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber auch eingefleischte St\u00e4dter bemerken die \u201cNetzl\u00f6cher\u201d h\u00e4ufig, wenn sie sich mit mittlerweile allt\u00e4glichen Dingen wie Emails, Onlinebanking, E-Commerce und Streaming besch\u00e4ftigen oder wenn Alexa den Timer nicht einstellen und die Smartwatch die letzten gelaufenen Kilometer nicht erfassen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerade erst vor kurzem erreichte die Privathaushalte in M\u00fcnchen ein Schreiben, dass sie ab jetzt die M\u00f6glichkeit haben, einen Termin beim B\u00fcrgerb\u00fcro online zu beantragen, anstatt stundenlang in der Schlange zu stehen. Warum das so lange gedauert hat ist fraglich. Gleiches gilt f\u00fcr die erst k\u00fcrzlich von den MVG in Betrieb genommene Parkapp \u201cHandyparken\u201d, die es endlich obsolet macht, meist vergeblich in den Hosentaschen nach passendem Kleingeld zu kramen, nur um nach abgelaufener Parkzeit das gleiche Martyrium erneut durchleiden zu m\u00fcssen. Obwohl diese Neuerung durchaus erfreulich ist, stellt sich trotz allem die Frage, weshalb die MVG immer noch an ihrer veralteten \u201cSelbstentwertung\u201d der Tickets und dem allgemein reichlich komplizierten Ringsystem so eisern festh\u00e4lt. Auf Bequemlichkeiten wie Applepay k\u00f6nnen die Deutschen \u2013lange hat es gedauert- auch seit Dezember 2018 bei vielen Anbietern zur\u00fcckgreifen, jedoch nur, wenn sie bei einer der teilnehmenden Banken Kunden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sind wir trotzdem schon viel digitaler als wir annehmen? Eine Studie des Marktforschers civey im Auftrag von Cisco<sup>3<\/sup>zeigt, wie weit die Digitalisierung den Alltag der Menschen in Deutschland schon beeinflusst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Die wichtigsten Ergebnisse:<\/u><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>71% der Deutschen benutzen im Alltag zwischen einem und drei Ger\u00e4ten<\/li>\n<li>23,5% und somit rund ein Viertel f\u00fchlt \u2013 altersunabh\u00e4ngig- am st\u00e4rksten Neugier, wenn es um Digitalisierung geht<\/li>\n<li>Fast\u00e4hnlich viele mit 23% empfinden als ersten Impuls Genervtheit oder \u00dcberdruss<\/li>\n<li>3% der Deutschen f\u00fchlt sich auf digitale Technologien gut vorbereitet, 30% jedoch eher nicht oder gar nicht<\/li>\n<li>46% finden, dass neue Technologien ihr Leben verbessern<\/li>\n<li>61% empfinden die Digitalisierung im Ausland als st\u00e4rker<\/li>\n<li>60% glauben, dass allt\u00e4gliche Dinge einfacher werden<\/li>\n<li>Etwa die H\u00e4lfte (51%) gibt an, dass Alltagsdinge durch neue Technologien (eher) unsicherer werden<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine gewisse Z\u00f6gerlichkeit und Skepsis der Deutschen gegen\u00fcber der Digitalisierung, gepaart mit der Tr\u00e4gheit und Entscheidungsunf\u00e4higkeit der zust\u00e4ndigen Regierungsabgeordneten, ist das Rezept f\u00fcr die z\u00e4he Masse, welche momentan daf\u00fcr verantwortlich ist, dass Deutschland zeitnah leider keine schnellen Aufholschritte machen kann, sondern im weltweiten Vergleich ziemlich hinterher hinkt. Die \u201cdigitalen M\u00fchlen\u201d mahlen langsam und so bleibt nur zu hoffen, dass Deutschland trotz allem noch die Kurve kriegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><sup>1<\/sup>https:\/\/wirtschaftslexikon.gabler.de\/definition\/digitalisierung-54195<\/p>\n<p><sup>2 <\/sup>https:\/\/de.statista.com\/infografik\/3553\/anteil-von-glasfaseranschluessen-in-ausgewaehlten-laendern\/<\/p>\n<p><sup>3<\/sup>www.cisco.com\/c\/de_de\/solutions\/digital-transformation\/digitalisierung-deutschland-2018-report\/index.html<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann Deutschland im weltweiten Vergleich mithalten? Und was bedeutet die vermeintlich zunehmende Digitalisierung eigentlich f\u00fcr den Privatmenschen? &nbsp; St\u00e4ndig und in jeglicher Form wird man mit dem Buzzword Digitalisierung konfrontiert. Zu viel, zu wenig, zu langsam oder zu schnell? 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